
Waren wir die Tüchtigen, die das Glück auf ihrer Seite hatten? Irgendwie schon. Führte die zweite Brühler Luftgewehr-Auflage Garnitur die Bezirksligakämpfe doch souverän und ungeschlagen an. Grund genug also, dass sich die beteiligten Akteure vor der Relegation schon in der Landesliga sahen. Dass aber der Glücksbonus trotzdem am Ende den Ausschlag geben sollte, damit hatten Renate und Wolfgang Rivet, Isabel Großer, Hans Pohl und Oliver Meyer nach zwei eher durchwachsenen Dreißigerserien schon selbst nicht mehr gerechnet. Eine so wichtige Relegation auf fremdem Stand in Gymnich, bei dem es um den Verbleib in der Bezirksliga ging oder um den Aufstieg der beiden Besten in die nächsthöhere Liga, forderte den Siebzigern am Saisonende nochmal alles ab.
Das Brühler Quintett mobilisierte alle Kräfte und wollte eigentlich nichts dem Zufall überlassen. Im ersten Durchgang am Morgen war bei einigen noch etwas Sand im Getriebe. Die Sportschützen Wipperfeld konnten sich mit 894 Ringen bereits einen deutlichen Vorsprung herausschießen, doch konzentrierte das unser Hauptaugenmerk in der Folge nun gezielt auf die St. Antonius Schützen aus Niederpleis. Die hatten mit 889 Ringen mit uns gleichgezogen. Die zweite Lage sollte also entscheiden. So richtig kam der Brühler Motor aber auch am Mittag nicht auf Betriebstemperatur. Diesmal „verbesserten“ wir uns zwar auf 890 Ringe, doch ließen uns die Niederpleiser mit 891 Ringen buchstäblich in die Röhre schauen. Das war es wohl mit dem Aufstieg. Die Wipperfelder waren weg, Niederpleis auf Platz zwei und wir hätten allenfalls die Bronzemedaille bekommen, hätte es die gegeben. Und so hörten sich auch die Kommentare unserer Schützen an. Die einen reagierten mit enttäuschtem Schulterzucken, die anderen haderten mit den Gewehrauflagen oder auch mit sich selbst. Bis uns plötzlich der Einwurf einer Zuschauerin aufmerksam werden ließ, warum wir so unzufrieden mit dem Ausgang seien, wir wären doch als Dritte auch aufgestiegen. Und sie hatte recht. Schlagartig änderte sich die Stimmung im BSC-Lager. Nicht einmal unser Mannschaftschef Hans hatte bedacht, dass durch die neuen Gruppenkonstellationen in den oberen Ligen ein weiterer Startplatz in der Landesliga frei geworden war. Leidtragende waren nun allein die Hubertus Schützen aus Köln Bickendorf, die als Absteiger in den Bezirk ebenfalls einen Platz in der Landesliga Gruppe 2 frei machen mussten.
Die Extratrainings vor der Relegation hatten sich also doch gelohnt. Und somit durften Renate, Isabel, Oliver, Hans und Wolfgang erleichtert den glücklichen Ausgang mit dem mitgereisten Anhang feiern.
weitere Informationen hier
Foto(s): Brühler SC 70 e.V.
